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Verkehrs- und Unfallgeschehen in Bayern 2020  

Meldung vom 04.10.2021 Zu hohe und nicht angepasste Geschwindigkeit war im Jahr 2020 die (Haupt-)Ursache für rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle.

Aufgrund der Einstufung der Verbreitung des Corona-Virus als Pandemie im März 2020 durch die Weltgesundheitsorganisation wurden in Deutschland entsprechende Schutzmaßnahmen zur Eindämmung ergriffen. Dazu wurde die Bevölkerung auch angehalten, zu Hause zu bleiben. Für einige Monate wurde es still auf der Welt – so auch auf den Straßen Bayerns. Denn die Pandemie beeinflusste das Verkehrsgeschehen und infolge dessen auch das Unfallgeschehen wesentlich.

Zu diesem Zeitpunkt wurde das MOBICOR-Projekt ins Leben gerufen. Damit sollte die Mobilität der Menschen in Deutschland vor, während und nach der Corona-Pandemie gemessen werden. Ein weiteres Ziel war die Beobachtung von Veränderungen bei der Verkehrsmittelwahl.

So ist zum Beispiel eine sogenannte Panelstudie mit drei Befragungszeitpunkten ein Teil dieses Projekts. Die ersten Befragungen fanden im Mai und Juni 2020 statt, kurz nachdem die ersten Lockerungen des Shutdowns und der Kontaktbeschränkungen eingetreten waren. Die zweiten Befragungen wurden im Oktober 2020 durchgeführt, als die Infektionszahlen wieder stiegen und die Infektionsschutzmaßnahmen wieder verschärft werden mussten. Als „Ausgangslage“ der Untersuchungen wurde Bezug auf die Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD) genommen, die 2017 durchgeführt wurde.

Verkehrsgeschehen

Aufgrund des ersten Shutdowns im Frühjahr und des Lockdowns im Herbst war insgesamt ein starker Rückgang des Verkehrsaufkommens zu verzeichnen.

Im Mai und Juni 2020 verlagerte sich die Verkehrsmittelnutzung in Bayern leicht in Richtung Fußgänger und Radfahrer. Die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ging hingegen zurück. Die Anzahl der Personen, die Wege mit ihrem eigenen PKW zurücklegten, blieben nahezu gleich. Nur der Anteil an Mitfahrer ging, vor allem in den Stadtregionen, zurück.

Ein Blick auf die hochgerechneten absoluten Personenkilometer (Pkm), die an einem durchschnittlichen Tag im Mai und Juni 2020 in Bayern zurückgelegt wurden, verdeutlichen das deutlich reduzierte Verkehrsgeschehen in dieser Zeit. Pro Tag wurden im Durchschnitt 370 Mio. Pkm zurückgelegt. Das ist rund ein Viertel weniger als im Vergleichszeitraum der Mobilitätsstudie 2017. Die Ergebnisse geben durchaus Anlass für weitere Überlegungen.

Unfallgeschehen

Den vorläufigen Meldungen der Bayerischen Polizei zufolge ereigneten sich im Straßenverkehr von Januar bis einschließlich September 2020 insgesamt 35.591 Unfälle mit Personenschaden. Das waren 5.256 Personenschadensunfälle bzw. 12,9% weniger als im Mittel der entsprechenden Zeiträume der Vorjahre 2017 bis 2019. Vor allem im Zeitraum von März bis einschließlich April war ein starker Unfallrückgang erkennbar.

Damit stellt das Jahr 2020 ein neues Rekordtief an Unfällen mit Personenschaden in den letzten Jahrzenten auf. Seit Beginn der Unfallaufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren wurden in Bayern innerhalb der ersten neun Monate eines Jahres noch nie weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet oder verletzt.

Neben der Zahl der Getöteten und Verletzten sank erfreulicherweise auch die Anzahl der Unfälle insgesamt. Im vergangenen Jahr ereigneten sich 345.411 Verkehrsunfälle – 2019 waren es noch 416.611 Unfälle gewesen.

Die Anzahl der Unfälle unter Beteiligung mit Lastkraftwagen sank im Zeitraum des Beobachtungszeitraums um 19,1%.

Ebenso sank die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern. Hier machte sich das durch die Pandemie angeordnete Homeschooling bemerkbar. Die Zahl der Schulwegunfälle fiel um 36,7% auf 411 Unfälle.

Auf Grund der Pandemie waren im vergangenen Jahr zudem mehr Radfahrer unterwegs. Dadurch stieg die Anzahl der Radunfälle um 9,6% auf 19.212. Auch die Zahl der verletzten Radfahrer wuchs um 11,1% auf 18.006 Fälle. Die Zahl der getöteten Radfahrer sank hingegen um 11,7% auf 68.

Obwohl das Verkehrsgeschehen in der Pandemie abnahm, ist die Anzahl der tödlichen Unfälle mit Motorradfahrern auf 125 gestiegen – 2019 waren es insgesamt 119. Dabei starben 127 Motorradfahrer – 13 Menschen mehr als im Jahr zuvor.

Zu hohe und nicht angepasste Geschwindigkeit war im Jahr 2020 die (Haupt-)Ursache für rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle – und damit 143 Verkehrstote. 2019 betrug diese Zahl 136 Personen.

Aus diesen Daten lässt sich erschließen, dass die Corona-Pandemie einen überwiegend positiven Einfluss auf das Verkehrs- und Unfallgeschehen im vergangenen Jahr hatte. Damit die Zahlen auch in den nächsten Jahren weiterhin sinken, ist die Vorsicht und Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer gefragt.

Kategorien: Landratsamt

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