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Richtiges Verhalten bei Verkehrsunfällen

Meldung vom 14.01.2022 Sie können mit wenigen einfachen Maßnahmen wertvolle Hilfe leisten und sind sogar gesetzlich dazu verpflichtet

Über zwei Millionen Unfälle wurden im vergangenen Jahr auf deutschen Straßen gezählt, davon wurden in mehr als 264.000 Fällen auch Personen verletzt. Zwar hat jeder Autofahrer einen Erste-Hilfe-Kurs besucht, aber wenn es dann doch mal kracht, scheuen sich viele Verkehrsteilnehmer zu helfen, dabei können sie mit wenigen kleinen Schritten großes bewirken.

Unter Stress funktioniert das menschliche Gehirn nicht wie gewohnt und Personen können nicht auf alle Informationen wie gewohnt zugreifen. Daher lautet eine der wichtigsten Regeln, wenn Sie an einen Unfall kommen: Bewahren Sie Ruhe und haben Sie keine Angst zu helfen! Sie können mit wenigen einfachen Maßnahmen wertvolle Hilfe leisten und sind sogar gesetzlich dazu verpflichtet:

  • Oft passieren Unfälle an unübersichtlichen oder gefährlichen Straßenabschnitten. Um einen Folgeunfall zu vermeiden und damit Sie selbst nicht zu Schaden kommen, sichern Sie zunächst die Unfallstelle ab.
  • Fahren Sie nicht direkt an die Unfallstelle heran, sondern lassen Sie ausreichend Sicherheitsabstand. Stellen Sie Ihr Fahrzeug ab und schalten Sie die Warnblinkanlage ein.
  • Ziehen Sie, wenn vorhanden eine Warnweste an, um besser gesehen zu werden.
  • Stellen Sie ihr Warndreieck in ausreichender Entfernung, also 50m innerorts, 100m außerorts und 200 bis 400m auf Autobahnen, auf. Befindet sich der Unfall an einer unübersichtlichen Stelle oder Kurve stellen Sie das Warndreieck unbedingt davor auf.

Im Regelfall trifft in Bayern ein Rettungswagen spätestens 15 Minuten nach dem Notruf an der Einsatzstelle ein. Bei einigen Notfällen kann diese Zeit jedoch zu lang sein, um das Leben oder die Gesundheit des Verletzten zu retten. Es ist also entscheidend, dass lebensrettende Sofortmaßnahmen durch Ersthelfer durchgeführt werden. Die größten Bedrohungen für den Verletzten sind hierbei spritzende Blutungen, Unterkühlung und Bewusstlosigkeit. So können Sie helfen:

  • Untersuchen Sie den Verletzten auf spritzende Blutungen und stoppen Sie diese so schnell wie möglich. Üben Sie Druck darauf auf, zum Beispiel mit einem Druckverband oder einer Kompresse aus ihrem Verbandkasten. Wichtig: Wenn Sie die Blutung einmal zum Stehen gebracht haben, verändern Sie nichts mehr und informieren Sie den Rettungsdienst später über Ihre Maßnahme.
  • Wenn der Verletzte keine spritzenden Blutungen aufweist oder Sie diese bereits versorgt haben, verwenden Sie die Decke aus ihrem Verbandkasten. Achten Sie hierbei darauf, dass die goldene Seite nach Außen zeigt. Eselsbrücke: die goldene Seite zeigt zur goldenen Sonne.
  • Bei Bewusstlosigkeit setzen die sogenannten Schutzreflexe aus, was dazu führen kann, dass die Zunge in den Hals zurückfällt und die Luftröhre verschließt oder Erbrochenes nicht mehr ausgespuckt werden kann. Daher ist es besonders wichtig, bewusstlose Personen so schnell wie möglich in die stabile Seitenlage zu befördern, da ein Ersticken so nicht mehr möglich ist.
  • Befindet sich der Verletzte noch im Fahrzeug und ist bewusstlos, wenden Sie den Rettungsgriff an und bringen Sie Ihn in die stabile Seitenlage, vergessen Sie dabei das Zudecken nicht!

Rufen Sie nach den vorangegangenen Schritten so schnell wie möglich den Notruf 112 (Vorwahlfrei auch auf dem Handy) an und melden Sie den Unfall. Besonders wichtig ist eine genaue Ortsangabe, damit die Rettungskräfte Sie schnell finden können. Hierzu können Sie beispielsweise den Streckenabschnitt durchgeben. Diesen finden Sie auf den kleinen Täfelchen rechts am Fahrbahnrand. Im Landkreis Kelheim, Landshut und Dingolfing-Landau können Sie darüber hinaus eine sogenannte Drei-Wort-Adresse an die Notfall-Leitstelle weitergeben. Hierbei handelt es sich um ein System, bei denen ihr Standort mittels dreier einfacher Wörter auf drei Meter genau bestimmt werden kann. Laden Sie sich hierzu am besten die App herunter: https://what3words.com/de/products/what3words-app

Bleiben Sie auf dem Laufenden und üben Sie die Erste Hilfe regelmäßig in einem Trainingskurs. Je öfter Sie die Handgriffe wiederholen und einüben, desto besser sitzen diese im Ernstfall. Viele Hilfsorganisationen bieten vergünstigte Trainingsprogramme und zum Teil auch Aufbaukurse für Ersthelfer an. Informieren Sie sich vor Ort:

Kategorien: Landratsamt

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