Der Theaterspielkreis Saal a.d. Donau e. V. erhält den 11. Kunst- und Kulturpreis des Landkreises Kelheim für die Aufführung „Kartoffelkathi“

Theaterspielkreis Saal a. d. Donau
Theaterspielkreis Saal a. d. Donau

13.04.2018 Der Theaterspielkreis Saal a.d. Donau e. V. erhält den 11. Kunst- und Kulturpreis des Landkreises Kelheim

Vergabe des 11. Kunst- und Kulturpreises des Landkreises Kelheim 2018;
Der Theaterspielkreis Saal a.d. Donau e. V. erhält den 11. Kunst- und Kulturpreis des Landkreises Kelheim für die Aufführung „Kartoffelkathi“

Es war wahrlich keine leichte Aufgabe für die Mitglieder des Vergabegremiums in der Vergabesitzung am 10.04.2018, den Preisträger des 11. Kunst- und Kulturpreises des Landkreises Kelheim 2018 zu bestimmen. Ging doch eine hohe Zahl an Vorschlägen würdiger Kandidaten nach dem Presseaufruf von der Landkreisbevölkerung beim Landratsamt Kelheim ein.

Landrat Martin Neumeyer, Vorsitzender des Vergabegremiums zeigte sich hierüber besonders erfreut: „Die große Zahl an Vorschlägen ist ein deutliches Zeichen für die Anerkennung und Wertschätzung dieser regionalen Auszeichnung im kulturellem Bereich. Ich freue mich über das große Interesse der Bürgerinnen und Bürgern am kulturellen Leben im Landkreis. Eigentlich hätte jeder dieser Vorschläge einen Preis und die Würdigung seines Schaffens verdient. Es ist nicht einfach, hier jedem gerecht zu werden. Die Entscheidung fällt immer zugunsten eines Kandidaten und nicht gegen die anderen!“

Nach den Vergaberichtlinien kann der Kunst- und Kulturpreis an Einzelpersonen, Personengruppen oder Vereinigungen vergeben werden, die durch Geburt, Leben und Wirken mit dem Landkreis verbunden sind und sich durch ihr Werk hervorragende Verdienste um das kulturelle Leben im Landkreis in den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Theater, Literatur, Brauchtumspflege oder wissenschaftliche Arbeiten erworben haben.

Bisherige Preisträger waren:

1999 Laienspielkreis St. Salvator Mainburg, Volksschauspiel
2002 Dr. Christoph Lickleder, Kelheim, Verdienste um das kulturelle Leben
2004 Gruppe Kunst der Weltenburger Akademie, Horst Fochler Ihrlerstein
2006 Schwoagara Dorfbühne Kunst und Kultur e.V., Neustadt a.d.D. – Schwaig, Volksschauspiel, Jugendtheaterarbeit und dörfliche Kulturpflege
2008 Herr Ludwig Angerer der Ältere, Biburg, Architekt, Maler, Bildhauer und Autor
2010 Donikkl und die Weißwürschtl, Ihrlerstein, Kinderliederband
2012 E.W. Heine, Hausen-Grossmuss, Autor
2014 Manfred Sillner, Kelheim, Maler und Künstler
2016 Ursula Merker, Kelheim, Glaskünstlerin
2017 Kammerchor und Kammerorchester St. Laurentius Neustadt a.d.D. unter Leitung von Reinhold Furtmeier

Und nun reiht sich nach der Entscheidung des Vergabegremiums der Theaterspielkreis Saal mit der Aufführung „Kartoffelkathi“ in die erlesene Schar der Preisträger ein.

Der Theaterspielkreis Saal a. d. Donau wurde im Jahr 1990 von dem früheren Saaler Bürgermeister Peter Buberger und dem damaligen Regisseur der Saaler Passionsspiele Klaus Kern initiiert. Aktuell hat der Verein 97 Mitglieder.

Am Anfang standen im Rahmen des „Saaler Sommer“ Freilichtstücke auf dem Kirchplatz und später auf dem Gelände hinter der Verbandsschule. Gezeigt wurden vor allem Klassiker aus dem 18. und 19. Jahrhundert von Autoren wie Johann Nestroy (Lumpazivagabundus, Der Zerrissene), J.B. Molière (Der eingebildete Kranke), Carlos Goldoni (Diener zweier Herrn, Der Lügner) und nicht zu vergessen von K. Wilhelm der „Brandner Kaspar“. Ab den 2000er Jahren kamen verschiedene Boulevardkomödien u.a. in der Mehrzweckhalle der Schule zur Aufführung. Mittlerweile verfügt der Verein über ein eigenes Vereinsheim in der Hafenstraße, den „theaterSAAL“, welches in Eigenarbeit zu einem schönen Theater mit etwa 90 Sitzplätzen und erhöhter Bühne umgebaut wurde. Mittlerweile gab es schon 44 Produktionen.

Die letzte davon war die „Kartoffelkathi“ mit 7 ausverkauften Aufführungen im November und Dezember 2017. Die „Kartoffelkathi“ ist ein selbstgeschriebenes Stück von Regisseurin Christine Stark aus Kelheim, deren Familie aus Saal stammt, und hat einen familiären Bezug. Das Stück basiert auf mündlich überlieferten Erzählungen über ihre Urgroßmutter während der Zeit des zweiten Weltkrieges. Die Überlieferungen wurden mit zusätzlichen tatsächlichen und erfundenen Fakten erweitert, um eine durchgehende Handlung zu erhalten.

Inhalt des Stücks:

An Katharina Stelzls Dorfwirtschaft schleppen sich jeden Tag Gefangene vorbei. Menschen auf dem Weg zur Zwangsarbeit, abgemagert, geschunden. Es ist nicht erlaubt, hinzusehen. Doch eines Tages tut es Katharina trotzdem. Sie sieht hin und beschließt zu helfen. Gemeinsam mit einer ihrer Töchter, ihrer Schwägerin und anderen Frauen verteilt sie fortan Essen an die Gefangenen. Doch das bleibt nicht ohne Konsequenzen. Und mit einem Mal findet Katharina sich in Situationen wieder, die sie so nicht erwartet hatte…

Landrat Martin Neumeyer beschrieb die Verdienste des Preisträgers nach der Vergabesitzung mit folgenden Worten: „ Ich freue mich ganz besonders, daß dieses Jahr der Theaterspielkreis Saal den Kunst- und Kulturpreis des Landkreises Kelheim erhält. Die Konstellation, eine Theatergruppe aus dem Landkreis, spielt ein Stück einer Autorin aus dem Landkreis, diese führt auch noch Regie und das Stück hat auch noch regionalen Bezug zum Landkreis, dürfte einmalig sein. Ich habe das Stück selbst gesehen und war tief beeindruckt, mit welcher Professionalität die Personen zum Leben erweckt wurden. Zudem setzt sich das Theaterstück „Kartoffelkathi“ kritisch mit der jüngsten deutschen Geschichte während der Zeit des 2. Weltkrieges und dem Antisemitismus auseinander, was auch Bezug zur Jetztzeit hat. Krieg, Ausgrenzung, würdevoller Umgang mit Menschen sind Themen, die uns aktuell auch sehr beschäftigen.“

Auch Dieter Scholz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Kelheim, freut sich über den neuen Preisträger aus dem Bereich des Theaters: „Die Förderung kultureller Veranstaltungen in der Region ist der Kreissparkasse Kelheim ein wichtiges Anliegen. Von Anfang an haben wir uns deshalb bei der Vergabe des Kunst- und Kulturpreises des Landkreises Kelheim engagiert und das Preisgeld in Höhe von 5.000 € immer gerne zur Verfügung gestellt. Leisten wir hiermit doch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Traditionen und Wertschätzung unserer Heimat.“ 

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