Der Landkreis Kelheim – Gesundheitsabteilung informiert über Erkrankungen durch Zeckenstiche:

03.05.2019 Der Landkreis Kelheim – Gesundheitsabteilung informiert über Erkrankungen durch Zeckenstiche:

Der Landkreis Kelheim – Gesundheitsabteilung informiert über Erkrankungen durch Zeckenstiche:

Zecken kommen pünktlich mit dem Frühjahr und bleiben bis in den Herbst hinein aktiv. Sie leben im Gras, auf Sträuchern und im Unterholz und heften sich im Vorbeigehen an Kleidung oder unbedeckte Körperstellen.

Die häufigsten durch Zecken übertragenen Infektionen in Europa sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose.

Während eine FSME-Erkrankung durch eine vorbeugende Impfung vermieden werden kann, spielt bei der Borreliose, einer bakteriellen Infektion, gegen die es keine Impfung gibt, ein rechtzeitiges Entdecken und eine ausreichende Behandlung eine große Rolle.

Entscheidend ist eine möglichst rasche Entfernung der Zecke, damit keine Borrelien durch den Kanal des Zeckenbisses in die Haut gelangen können. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragung steigt mit der Dauer des Saugaktes an, weshalb die Zecken grundsätzlich möglichst rasch entfernt werden sollen. Etwa 10 bis 20% der Zecken tragen das Lyme-Borreliose-Bakterium in sich. Steht keine spezielle Zange zur Verfügung, dann kann die Zecke auch direkt an der Hautoberfläche mit den Fingernägeln gegriffen und entfernt werden; anschließend wäre eine Hautdesinfektion sinnvoll.

Da man Zeckenbisse oft nicht bemerkt, sollte man nach langen Aufenthalten im Freien die Hautoberfläche absuchen. Hilfreich ist natürlich auch schützende Kleidung, mit der die Gefahr eines Zeckenbisses vermindert werden kann.

Bei einer Borrelien-Infektion geht es vor allem auch um das rechtzeitige Erkennen erster Krankheitssymptome.

Das Frühstadium geht meistens mit einer ringförmig nach außen wandernden Hautrötung einher, die sich in der Regel innerhalb einiger Tage bis weniger Wochen nach dem Zeckenstich langsam ausbreitet. Unbehandelt kann auch nach Rückbildung dieser Rötung später das Zweitstadium auftreten, in dem vor allem das Nervensystem betroffen ist. Neben schmerzhaften Nerven- und Hirnhautentzündungen kann es dabei zu Lähmungen (vorwiegend der Gesichtsnerven) kommen. Im dritten Stadium, das normalerweise nach Monaten bis Jahren eintreten kann, werden vor allem die Gelenke befallen, insbesondere in Form von entzündlichen Schwellungen der Knie- und Sprunggelenke.

Eine vorsorgliche Gabe von Antibiotika nach jedem Zeckenstich wird nicht empfohlen. Beim Auftreten der Krankheitsbilder sollte aber umgehend ein Arzt aufgesucht werden, damit dieser nach entsprechender Diagnostik und angepasst an das jeweilige Krankheitsstadium eine Behandlung mit Antibiotika einleitet.

Weitere Infos auch unter www.zecken.bayern.de

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